Umbau und Erweiterung
Direktauftrag
Planung und Realisierung 2026–2027
Transformation einer Industrieikone in Oberuster
Mit dem Umbau der ehemaligen Seidenweberei Sigrist entsteht ein multifunktionales Zentrum für Retail, Gewerbe und Büro. Der umfassende Grundausbau schafft räumlich und technisch flexible Voraussetzungen für unterschiedliche Nutzungen und führt das historische Industrieensemble in eine neue, dauerhaft tragfähige Zukunft.
Die 1899 errichtete Shedhalle ist ein bedeutender Zeuge der Ustermer Textilgeschichte und Teil der prägenden Industrielandschaft entlang des Aabachs. Ihre charakteristische Silhouette mit den nach Norden orientierten Sheddächern, die offene Hallenstruktur sowie das ehemalige Kesselhaus mit dem weithin sichtbaren Hochkamin bestimmen bis heute die Identität des Ortes. Die Anlage wurde im frühen 20. Jahrhundert mehrfach erweitert, später als Wirkerei und Werkzeugfabrik genutzt und seit den 1990er-Jahren von verschiedenen Gewerbebetrieben bespielt.
Die Fassaden der Fabrikhalle werden in ihrer ursprünglichen Formensprache rekonstruiert und in ihrer regelmässigen Gliederung wieder lesbar gemacht. Die prägnante Farbigkeit des späten 20. Jahrhunderts wird nicht einfach konserviert, sondern in eine zeitgemässe architektonische Sprache überführt. Neue Vordächer erweitern den Baukörper räumlich, schaffen geschützte Übergänge und stärken die Adresse der künftigen Nutzungen.
Auch das heute überwiegend asphaltierte Umfeld wird grundlegend neu gestaltet. Anstelle einer reinen Parkierungsfläche entsteht ein öffentlich zugänglicher Aussenraum mit Aufenthaltsqualitäten, Parkierung und einer klaren Verbindung zum Quartier. Die ehemalige Fabrik wird so vom abgeschlossenen Gewerbestandort zu einem offenen Treffpunkt in Oberuster.