«DREIKLANG»
Einstufiger Projektwettbewerb, 2024
2. Rang
Drei Häuser, drei Erkertypen: Ein Hochhaus und zwei Längsbauten fassen die Südseite des Bahnhofs Rotkreuz zu einem Ensemble. Der Erker – als Brise-Soleil, Klima-Kasten und Loggia variiert – verbindet Wohnen, Gewerbe und Bahnzugang zum Dreiklang.
Südlich der Gleise fügt sich der Neubau in das Zentrum von Rotkreuz, wo Bahnhof, Bushof und Dorfmattplatz zu einer neuen Mitte zusammenwachsen. Drei Baukörper besetzen die Baufelder A, B und C: ein Hochhaus als Hochpunkt der Anlage, flankiert von zwei siebengeschossigen Längsbauten. Gemeinsam fassen sie die Südseite des Bahnhofs und vermitteln den Übergang von der Gleisebene zum Platz.
Der Erker verbindet die drei Häuser zu einem Dreiklang und wird für jedes spezifisch ausgelegt: als filigranes Brise-Soleil am Gewerbebau Haus A, als Klima-Kasten, der im Wohnbereich mit der Loggia verschmilzt, am Turm Haus B, und als Loggia mit zwei angrenzenden Erkerzimmern, die den diagonalen Blick in die Tiefe der Strasse öffnen, am Wohnhaus C.
Die Lärmbelastung durch die Bahn prägt die Grundrisse. Im Wohnhaus C sind die Wohnungen zweiseitig organisiert, nach Süden zum Bahnhofsplatz und nach Norden zum Gleisraum. Drei Zimmer gruppieren sich um die südliche Loggia, während sich der Wohn- und Essbereich bis zur Nordfassade weitet. Statt einer Batterie von Nebenräumen als Lärmpuffer liegt hier der repräsentative Essplatz – die Nordfassade erscheint so nicht als minderwertige Rückseite, sondern nimmt am Ausdruck des Hauses teil.
Konstruktion und Ausdruck folgen der Massstäblichkeit der Bauten. Die beiden Längsbauten sind als Holz-Beton-Hybrid in Trockenbauweise konzipiert: Träger und Stützen aus Brettschichtholz tragen vorfabrizierte Betonelemente, die verschraubt und damit rückbaubar sind. Das sichtbare Holztragwerk prägt die Wohnräume. Das Hochhaus dagegen ist ein schlanker Betonbau mit einem Stützen-Platten-System; die 16 cm dünnen Recyclingbetondecken mit Deckenpilzen sparen gegenüber einer konventionellen Konstruktion über zwanzig Prozent Treibhausgase. Ab dem 15. Geschoss kragt der Turm rund drei Meter Richtung Geleise aus – nicht über eine verborgene Abfangdecke, sondern über schräg gestellte, vorgefertigte Betonscheiben, die Tragen und Lasten nach aussen sichtbar machen.
Die plastischen Fassaden aus Bay-Windows und Bay-Loggien sind weitgehend vorfabriziert und erlauben eine rasche, gerüstfreie Montage direkt ab Lastwagen – ein Vorteil in unmittelbarer Nähe zur Bahn. Textile ZIP-Markisen folgen der Fassadenabwicklung und verschatten Fenster wie Loggien gleichermassen.
Kompakte Volumen, ein durchgehender Stützenraster und eine baulich integrierte Photovoltaik auf Dächern und Turmfassade führen das Areal zu Minergie-P-Eco und zum angestrebten SNBS-Gold.