Baugewerbliche Berufsschule Zürich

Modellbild Lingotto
1/1
0500 024 Typologischer Plan
024 52 0511 Grundriss Obergeschoss 2 3 024 52 0511 Grundriss Obergeschoss 2 3 Typostruktur
1/2

Typologischer Plan

«LINGOTTO»
Offener Prjektwettbewerb, 2017

Ein langer Baukörper begleitet die Limmatstrasse und schliesst den Blockrand. Die Dualität der Berufsbildung übersetzt der Neubau in eine Zweischiffigkeit: hinter den Klassenzimmern wird ein Laubengang zum Schaulager des Handwerks.

Das Blockrandquartier südlich der Limmatstrasse lebt von einer offenen Raumstruktur, in der Verengungen und Durchgänge den Übergang vom Strassen- zum Hofraum modulieren. Der Neubau nimmt dieses Prinzip auf: Ein langes Volumen begleitet die Flucht der Limmatstrasse und schliesst den Blockrand nach Südosten, der Sporttrakt fasst die Hafnerstrasse. Dazwischen führen im Norden und Süden zwei Engstellen in den Hof und binden ihn an die Umgebung an. Ein ausgeprägter Erker markiert die Adresse zur Klingenanlage und weist den Weg zu den Eingängen.

Die praxisorientierte Ausbildung strukturiert das Haus. Ihre Dualität aus Theorie und Baupraxis übersetzt der Entwurf in ein zweischiffiges Grundrisslayout: Der 7.5 m tiefen, südwestorientierten Klassenzimmerschicht ist ein 6.5 m breiter, nordostorientierter Laubengang vorgelagert. Er erschliesst, öffnet Raum zum Lernen und dient zugleich als Schaulager – Baumodelle, Muster, Zeichnungen und Lehrmaterial liegen in Vitrinen und Schauregalen aus. So begegnen die Lernenden im Vorbeigehen der Konkretheit ihres Berufs. Eine offene Kaskadentreppe verbindet die fünf Geschosse zu einer durchgehenden Werkstattlandschaft; das Attikageschoss übernimmt diese Rolle für die Landschaftsarchitektur im Freien.

Konstruktion und Ausdruck folgen derselben Logik. Ein längslaufender Betonträger teilt jedes Geschoss in Klassen- und Korridorzone, quer dazu spannen Rippendecken im Drei-Meter-Raster. Nichttragende Backsteinwände lassen sich frei setzen und später ohne Eingriff ins Tragwerk versetzen. In der Fassade tragen dunkle Rippenköpfe das primäre Raster – ihr triglyphenähnlicher Rhythmus verleiht dem Haus einen öffentlichen, fast klassischen Charakter. Darunter modulieren Brüstungsbänder aus Dämmbeton zwischen Tisch- und Sitzhöhe; die tieferen formen innen Sitz- und Ausstellungsnischen. Ehrliche Materialien prägen das Ganze: Beton für das Tragwerk, Backstein für die Wände, Metall für Tore und Fenster, Installationen sichtbar geführt. Das Haus zeigt sich, wie es gebaut ist – und macht das Bauen selbst zum Lehrmittel.

Kompaktheit, ein hoher Wiederholungsgrad und vorfabrizierte Bauteile halten Baukosten wie graue Energie tief; die Gebäudehülle erreicht Minergie-P.

Programm

Ersatzneubau Berufsschule mit Unterrichtsbereich (31 Klassenzimmer), zwei Sporthallen, Aufenthalts- und Mehrzweckräumen, Verwaltung

Kosten

45 Mio. CHF

Geschossfläche

8'645 m²

Bauherrschaft

Baudirektion Kanton Zürich, Hochbauamt (im Auftrag der Bildungsdirektion)

Architektur

PENZISBETTINI. Architekten ETH/SIA GmbH

- - - - - - - - - - - - 

Baumanagement

jaeger baumanagement AG

Landschaftsarchitektur

James Melsom (JMLA), Basel

Bauingenieurwesen

Ingeni AG, Zürich

Haustechnik

eicher+pauli Liestal AG