Fachhochschulzentrum Graubünden, Chur

21 B33 Penzis Bettini FHZGR PLATZ 2106011 2
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Typologischer Plan

«FHZGR»
Selektiver Projektwettbewerb, 2020-2021

An der Kultur-Allmend fügen zwei Hybridbauten aus Holz und Beton den Bestand zu einem Campus. Über einen gemeinsamen Platz verketten durchlaufende Kommunikationsbereiche Lehre, Lernen und Forschung zur neuen Identität der Fachhochschule Graubünden.
 

Der Standort liegt an der Nahtstelle zwischen der Kultur-Allmend Kleinbruggen und dem industriell geprägten Chur West. Aus dieser Zweiseitigkeit heraus setzt sich der Neubau offen und orientiert sich zugleich zur Landschaft und zur Stadt. Der bestehende Hauptsitz P57, der pavillonartige Saalbau P01 und der Atriumbau P02 fassen einen gemeinsamen Campusplatz. Als eindeutig öffentliches Haus ordnet der Saalbau den diffusen Gewerberaum und empfängt die Ströme aus Allmend, Bahnhof und Quartier. Eine langgestreckte Fussgängerinsel führt diese über die Pulvermühlestrasse und bindet die beiden Baufelder ebenerdig zu einem Campus.

Ein gebäude- und departementübergreifender Kommunikationsbereich verkettet die drei Häuser. P57 wird zum offenen, rund um die Uhr zugänglichen Ort des konzentrierten Lernens: Die frühere Aula wird zur Bibliothek mit Makerspace, darüber stehen Seminarräume frei zur Verfügung, Rektorat und technische Dienste finden hier ihren Platz. Der Saalbau P01 bündelt die öffentlichen Nutzungen aus Foyer, Mensa und zwei Multifunktionssälen. Ein fünf Meter hoher Raum mit radialer Balkenkonstruktion nimmt dank mobiler Trennwände 100 bis 1000 Personen auf, vom Regelbetrieb bis zur Ein-Raum-Messe. Der Atriumbau P02 vereint Lehre, Lernen und Forschung auf wenigen Geschossen um ein zentrales Atrium. Eine diagonale Kaskadentreppe verkettet die geschossweisen Kommunikationsflächen zu einer informellen Lernlandschaft und führt bis in den Dachgarten mit Hörsaal und Kaffeebar. Die Labore liegen im robusten Betonsockel, die Organisationseinheiten und Seminarräume darüber im flexiblen Holzbau.

Konstruktion und Ausdruck folgen einer Logik. Beide Neubauten sind Hybride aus Holz und Beton: Die primäre Tragstruktur aus Ortsbeton überwindet die nötigen Spannweiten – im Saalbau tragen 1.5 Meter hohe Träger den 20 Meter weiten Saal, im Atriumbau spannt ein Betonrost das Raster von 7.8 Metern. Die Felder füllen Brettstapeldecken, die Speichermasse, Schallschutz und Raumakustik im Material vereinen. Die Stützen sind geschossweise optimiert, von Beton im Sockel zu Fichte und Buche in den Obergeschossen. Ein durchgehender Doppelboden hält die Nutzung flexibel. Die Fassade zeigt das Holz offen: Eine vorgelagerte Brettschichtholzschicht bleibt unverschalt, Metallbleche greifen die oxidierte Kupferhaut von P57 auf, Photovoltaik in Glasoptik liegt in den Brüstungen. So knüpft der Campus an die Churer Nachkriegsmoderne öffentlicher Bildungsbauten an.

Das denkmalgeschützte Schaltgebäude P68 wird mit minimalen, reversiblen Eingriffen zur Kinderbetreuung umgenutzt. Für die künftige Erweiterung um 6'500 m² lässt sich der Saalbau in Holz um vier Geschosse aufstocken.

Kompakte Baukörper, hohe Repetition, Vorfabrikation und Systemtrennung sowie Anergienetz und Photovoltaik halten graue Energie und Betriebskosten tief und führen zu Minergie-P-ECO und SNBS.

Programm

Neu- und Umbau eines Fachhochschulzentrums für rund 1'700 Studierende und 300 Mitarbeitende: zwei Ersatzneubauten (Saalbau P01 mit Mensa und Multifunktionssälen, Atriumbau P02 mit Organisationseinheiten, Laboren, Bibliotheks- und Lehrflächen) sowie Umnutzung des Bestands P57 und des denkmalgeschützten Schaltgebäudes P68 (Kinderbetreuung). 19'900 m² Hauptnutzfläche.

Kosten

129 Mio. CHF

Geschossfläche

30'650 m²

Bauherrschaft

Kanton Graubünden, Hochbauamt Graubünden (im Auftrag des Departements für Infrastruktur, Energie und Mobilität, in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Graubünden).

Architektur

ARGE PENZISBETTINI. Architekten ETH/SIA und Archipel Generalplanung AG, Zürich

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Generalplanung

ARGE PENZISBETTINI. Architekten ETH/SIA und Archipel Generalplanung AG, Zürich

Architektur / Städtebau

PENZISBETTINI. Architekten ETH/SIA

Baumanagement

Jäger Baumanagement AG

Landschaftsarchitektur

USUS Landschaftsarchitektur, Zürich

Bauingenieurwesen

ingegneri pedrazzini guidotti, Lugano

Holzbauingenieurwesen

Makiol Wiederkehr AG, Beinwil

Haustechnik (HLKKS)

RMB Engineering AG, Zürich

Elektro / Gebäudeautomation

r+b engineering ag

Nachhaltigkeit / Ökologie

CSD Ingenieure AG, Zürich

Brandschutz

Gartenmann Engineering AG, Zürich