Umbau und Erweiterung
Direktauftrag
Planung und Ausführung 2018
Der Rückbau einer Zahnarztpraxis im Wohnhaus von 1928 legt frühere Eingriffe offen. Eingefärbter Anhydrit, eine hohe Sockelleiste und ein geschliffenes Marmorprofil machen die Spuren des Umbaus selbst zum Raum.
Splügenstrasse 11 liegt im Quartier Enge, in einem Wohnhaus von 1928 westlich der Innenstadt. Im 2. Obergeschoss wich eine Zahnarztpraxis der 1990er Jahre den heutigen Büroräumlichkeiten – Grossraumbüro, zwei Sitzungszimmer und Nebenräume, erschlossen über das bestehende Treppenhaus.
Der Rückbau der Praxis legte offen, was dreissig Jahre technischer Einbauten hinterlassen hatten: durchtrennte Parkettfelder, ein ehemaliger Doppelboden, überstrichene Leitungen und Dübellöcher. Statt diese Spuren zu kaschieren, macht der Umbau sie zum Thema. Fehlstellen im Boden werden mit eingefärbtem Anhydrit einheitlich aufgefüllt; das verbindende Element lässt die Grosszügigkeit des Raumes wieder spürbar werden. Eine Sockelleiste mit integriertem Elektrokanal zeichnet die Höhe des ehemaligen Doppelbodens nach und macht die frühere Eingriffstiefe lesbar.
Der Ausdruck bleibt roh und präzise zugleich. Die geschnittenen Türzargen werden nicht neu gefasst, sondern durch ein geschliffenes Profil aus grünem Naturstein (Verde Spluga) ergänzt und bleiben so als Schnittstelle erkennbar. Der Grünton der neuen Elemente – Sockelleiste, Anhydritflächen, Steinergänzungen – ist vom Farbton des originalen, «as found» belassenen Heizkörpers abgeleitet und verbindet Alt und Neu zu einem einzigen Farbklima. Bestehender Parkett wird geschliffen und matt versiegelt, historische Keramikbodenplatten gereinigt und ergänzt, Wände und Decken in warmem Weiss neu gestrichen
Der Umbau kommt mit einem Minimum an neuen Materialien aus: Repariert und ergänzt wird, was vorhanden ist, statt es zu ersetzen.